Geschichte der LICHTBURG.
Auf dieser Seite wollen wir Ihnen die Geschichte der LICHTBURG aufzeichnen.
Die folgende Zeitungsanzeige wurde am 05. November 1910 zur Eröffnung der "Lichtspiele" im Generalanzeiger geschaltet. In den frühen Jahren der LICHTBURG hieß das Kino noch "Lichtspiele", wie in der Anzeige zu sehen ist. Erst einige Jahre später wurde das Lichtspielhaus in LICHTBURG unbenannt.
In den Anfängen gehörte die LICHTBURG zu den schönsten Lichtspielhäusern in Deutschland.
In den dreißiger Jahren gehörte die LICHTBURG einem jüdischen Betreiber, der von den Nazis durch einen deutschen Betreiber ersetzt wurde. Die LICHTBURG wurde in den Kriegsjahren, wie andere Kinos auch, für die nationalsozialistische Propaganda mißbraucht.
Wärend des Krieges wurde der Gebäudekomplex der LICHTBURG stark beschädigt und es war kein Spielbetrieb mehr möglich. Unseres Wissens nach war nur noch die Gebäudefront intakt.
Nach dem Krieg wurde das Gebäude, und somit auch der Saal der LICHTBURG, schnell wieder hergestellt und aufgebaut, sodaß die Düsseldorfer ihr Lieblingskino und die Filmkunst wieder genießen konnten. Doch zu dieser Zeit hatten die Amerikaner das Vorrecht Filme anzuschauen und zu zeigen. Das düsseldorfer Publikum mußte sich Anfangs mit nur einer Vorstellung pro Tag zufrieden geben.
In den folgenden Jahren wurde die LICHTBURG wieder ganz in düsseldorfer Hände übergeben.
Bis in die 70iger Jahre war die LICHTBURG nur ein einziger großer & prächtiger Saal. Durch die veränderten Sehgewohnheiten & das große Filmangebot mußte man umdenken und sich fragen, ob ein Saal mit mehreren hundert Plätzen weiterhin gefüllt werden konnte und somit eine optimale Auslastung möglich war. Man kam zu dem Schluß das es wirtschaftlicher wäre den großen Saal in 3 Säle aufzuteilen, die LICHTBURG 1, LICHTBURG 2 und das STUDIO. So konnte man ein größeres Filmangebot anbieten und die Platzauslastung war optimaler.
In den folgenden Jahren wechselten die Betreiber der LICHTBURG, unter anderem betrieb der legendäre Kinobetreiber Manfred Goldermann die LICHTBURG, bis Anfang der 90iger Jahre die UFA das Kino übernahm.
Ende der 90iger Jahre wurde die LICHTBURG nochmals renoviert und modernisiert und ein Café-Bar in den Eingangsbereich eingebracht.
Nachdem die UFA 2002 Insolvenz anmelden mußte, wurde erstmals durch die Vermieter signalisiert das man nicht gewillt war den Mietvertrag, welcher bis Ende 2004 lief, zu verlängern. Die Eigentümer des Gebäudes hatten die Sorge, das die Miete, die bis dato immer pünktlich gezahlt wurde, ausbleiben könnte. Des weiteren wurde ihnen durch einen düsseldorfer Immobilienmakler nahe gelegt das Mietverhältnis unbedingt zu kündigen, da es lukrativer wäre an eine Kette zu vermieten.
Doch zunächst übernahm die Kinokette Kieft+Kieft aus Lübeck die angeschlagene UFA und führte die Geschäfte im Namen des Insolvenzverwalters weiter.
Die Schließung rückte näher. Auch nach einer Unterschriftenaktion (15.000 Unterschriften wurden durch die Mitarbeiter der LICHTBURG gesammelt) und einer Podiumsdiskussion woran der Oberbürgermeister J. Erwin, Miteigentümer des Mietobjektes, Vertreter der UFA und viele Freunde der LICHTBURG teilnahmen konnte man sich auf einen weiteren Spielbetrieb nicht einigen. Es war beschlossene Sache: die LICHTBURG sollte am 29. dezember 2004, nach über 94 Jahren ihren letzten Spieltag haben.
Mit tiefer Trauer wurde das Haus am 29.12.2004 geschlossen, und somit verschwand ein Stück Kinokultur aus Düsseldorf, aus Deutschland. In den Tagen zuvor statteten viele Stammgäste und Düsseldorfer ihrer LICHTBURG einen Abschiedsbesuch ab. Tränen flossen. Für viele war es ein Abschied von einem guten Freund, einem liebgewonnen Zuhause und einer Institution.
Am 30.12.2004 wurde das gesamte Interior der LICHTBURG verkauft. Viele viele Düsseldorfer wollten ein Stück Andenken an ihr Lieblingskino erhalten.
Als Erinnerung an die LICHTBURG sammelte die LICHTBURG-Familie Spenden um eine Gedenkplatte aus Gußeisen anfertigen zu lassen, die Anfang Juni 2005 in den Gehweg der KÖ eingelassen wurde.
Die KÖ prägende Leuchtreklame der LICHTBURG wurde gerettet und steht im Keller des letzten Theaterleiters der LICHTBURG.